Punzieren bedeutet nur, dass man mit einem harten Gegenstand abdrücke in einem natürlich gegerbtem Leder hinterlässt. Natürlich gegerbt (so genanntes vegetabil gegerbtes Leder) deshalb, da nur dieses speziell gegerbte Leder auch die Abdrücke optisch gut darstellt. Zur Bearbeitung von Lederstücken werden diese zuvor leicht angefeuchtet und dann wieder angetrocknet.
Diese Trocknung ist jedoch nur oberflächlich, die Feuchtigkeit befindet sich weiterhin im Leder und sorgt dann dafür, dass bei Druck auf das Leder, dieses sich zusammen klebt und dadurch optisch verfärbt. Fälschlicherweise wird dies auch als “verbrennen” bezeichnet.

Einfache, wiederholende Schritte

Nach dem Anfeuchten des Leders wird mit einem speziellen Messer, einem sogenannten Swiffel-Knife, die Außenkontur geschnitten. Dieses Messer druckt eine Art Keil in das Leder und erzeugt eine Spaltung der Oberfläche, welche jedoch nicht durch das ganze Leder ragt. An dieser Kante können nun Punziereisen angesetzt und mit einem ordentlichen Klopfer von einem Rohleder bzw. Holzhammer in das Leder gedängelt werden. Zur Konturierung nimmt man gewöhnlicherweise sogenannte Beveler-Eisen und für Hintergrundarbeiten Shader.

Mit diesen einfachen, sich wiederholenden Schritten, können eigentlich so ziemlich alle Muster in ein Rohleder geschlagen werden. Doch damit es optisch richtig gut aussieht, und dazu auch authentisch wirkt, muss man das Leder anschließend mit einer Antique Finish Paste bearbeiten. Diese Paste dringt in die Kontur, die Schnitte und die Punzierungen ein und dunkelt das Leder ab. Zusätzlich wird es durch dessen rein natürliche Inhalte gleichzeitig auch vor Wasser geschützt und UV beständig gemacht.

Ein Antique Finish schließt jedoch keine regelmäßige Lederpflege mit Bienenwachs aus!

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